- © dpa/Henning Kaiser
- © dpa/Henning Kaiser

Wien. (apa/kle) Der größte Handelskonzern in Österreich, Rewe International mit den Linien Billa, Merkur, Penny, Adeg und Bipa, ist im vergangenen Jahr beim Marktanteil auf der Stelle getreten. Mit einem Anteil von 34,1 Prozent (davor 34,3 Prozent) ist das Unternehmen zwar nach wie vor die Nummer eins, machte allerdings keine Sprünge. Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszti räumte hier bereits Nachholbedarf ein.

"Wir wollen als Gesamtunternehmen im österreichischen Lebensmittelhandel Wachstumsführer und die Nummer eins in der Kundenwahrnehmung werden, und unsere Marktanteile damit nicht nur langfristig absichern, sondern noch ausbauen", sagte Haraszti am Mittwoch.

In Summe setzte Rewe 2018 am österreichischen Markt brutto 8,66 Milliarden Euro um, ein leichtes Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Im Lebensmittelhandel allein erwirtschaftete der Konzern 7,68 Milliarden Euro, um 1,7 Prozent mehr als 2017. Auch der Lebensmitteleinzelhandel insgesamt wuchs im vergangenen Jahr in dieser Größenordnung.

- © M. Hirsch
- © M. Hirsch

Die Touristiksparte mit Marken wie Jahn Reisen, ITS Billa Reisen sowie Transair steuerte 110 Millionen Euro bei. Das waren um fast sieben Prozent weniger als 2017.

Merkur und Penny
mit Zuwächsen beim Erlös

ZU APA..Grafik -10-Name.ai, Format x mm - © M. Hirsch
ZU APA..Grafik -10-Name.ai, Format x mm - © M. Hirsch

Die Lebensmittelschienen von Rewe entwickelten sich unterschiedlich: Während die Umsätze der mehr als 1000 Filialen zählenden Supermarktkette Billa mit 1,2 Prozent schwächer zulegten als 2017 und die Umsätze bei Merkur wie davor um 1,4 Prozent wuchsen, hat der Diskonter Penny "im extrem hart umkämpften österreichischen Diskont-Markt" ein Umsatzplus von 2,4 Prozent erzielt. Sowohl Lidl als auch Hofer haben ihre Erlöse 2018 stabil gehalten und kaum Zuwächse verzeichnet. Bei Adeg stiegen die Umsätze um 3,5 Prozent.

Billa-Umsatz in Osteuropa
um sieben Prozent höher

Die Drogeriekette Bipa erwirtschaftete im abgelaufenen Jahr erstmals seit 2015 wieder ein Umsatzplus - und zwar eines von 1,2 Prozent auf 730 Millionen Euro. "Auch wenn wir noch unter dem Niveau von 2015 sind, ist Bipa auf einem guten Weg. Die eingeleiteten Maßnahmen greifen", sagte Haraszti. Das Filialnetz wurde um elf auf 588 Filialen weiter verkleinert. Rewe stellt seine Drogeriekette neu auf und speckt bei der Zahl der Standorte ab.

Das von Wiener Neudorf aus gesteuerte Osteuropa-Geschäft von Billa erzielte 2018 Bruttoumsätze von 3,56 Milliarden Euro, ein wechselkursbereinigtes Plus von sieben Prozent. Im größten Einzelmarkt Tschechien stieg der Umsatz um neun Prozent, aber auch in der Slowakei (plus 10,8 Prozent), Russland (plus 8,7 Prozent), der Ukraine (plus 4,9 Prozent) und Bulgarien (plus sechs Prozent) gab es Zuwächse.

Maßgeblich zum Umsatzplus im vergangenen Jahr beigetragen hat nach Konzernangaben auch die Expansion in Litauen durch die Aufstockung der Minderheitsbeteiligung am Handelsunternehmen iki zu einer vollkonsolidierten Mehrheitsbeteiligung. Mit iki ist Haraszti vertraut, er war dort Vorsitzender der Geschäftsführung.

Die Zahl der Billa-Filialen in Osteuropa stieg um 285 (davon 230 iki Litauen) auf insgesamt 916. Die Mitarbeiterzahl erhöhte sich um 6965 (davon 6140 iki Litauen) auf in Summe 28.280.

Österreichweit mehr
als 44.100 Beschäftigte

Bei Penny International mit Märkten in Rumänien, Tschechien, Ungarn und Italien erhöhte sich die Anzahl der Filialen um 39 auf 1505, die Zahl der Beschäftigten stieg um 1004 auf 22.423. Die Umsätze zogen um 6,5 Prozent auf 5,48 Milliarden Euro an.

Hierzulande ist Penny mit fast 300 Standorten vertreten. In Summe hält Rewe allein im Lebensmittelhandel fast bei 2000 Filialen in Österreich.

Bundesweit beschäftigt der Konzern mehr als 44.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 2018 verzeichnete der heimische Handelsriese nach eigenen Angaben 140.000 eingegangene Bewerbungen. Aktuell habe man mehr als 3000 offene Stellen zu besetzen, berichtete der für das Personal zuständige Vorstand Christoph Matschke.

Eine besondere Herausforderung sei die Suche nach qualifizierten Fachkräften für den IT-Bereich. "Wir haben heuer schon 43 IT-Fachkräfte aufgenommen und suchen aktuell weitere 38. Allerdings liegt die durchschnittliche Dauer für die Besetzung einer IT-Position bei 100 Tagen", räumte Matschke ein.

Für das heurige Jahr plant der Rewe-Konzern in seinen elf Märkten in Summe Investitionen von rund 800 Millionen Euro.