Wofür steht das W. in Ihrem Namen?

Für "Wögerbauer". Das ist der Name meiner Adoptivfamilie. Ich habe ja eigentlich einen Doppelnamen: Judith Taschler-Wögerbauer. Alexander Potyka vom Picus Verlag meinte im Sommer 2010, so ein langer Name würde sich auf einem Cover nicht gut machen, womit er natürlich Recht hatte. Ich habe mich dann für diese Variante entschieden - und das bisher nicht bereut.

War der Umstieg vom kleinen Wiener Verlag Picus zum großen deutschen Droemer ein wichtiger Schritt für Ihre Karriere - und ist er Ihnen leicht gefallen?

Es trifft beides zu. Es war ein wichtiger Schritt, nach vier Büchern bei einem kleinen Verlag musste unbedingt ein Wechsel sein, und zu einem anderen - kleinen - österreichischen Verlag zu wechseln, hätte ja keinen Sinn gemacht. Mir hat eine Kollegin schon nach dem Debütroman zu verstehen gegeben: Wechsle doch zu einem großen deutschen Verlag! Die nehmen dich mit Handkuss! Irgendwie hätte ich aber dann ein schlechtes Gewissen gegenüber Picus gehabt, es wäre mir wenig lo-yal vorgekommen, immerhin war Picus der einzige Verlag im Jahr 2010, der mir eine positive Antwort gegeben hat, die anderen haben abgesagt. Und leicht ist mir der Schritt deshalb gefallen, weil das Team bei Droemer von Anfang an sehr um mich bemüht war.

Ihr neues Buch, "Das Geburtstagsfest", erscheint Anfang
April. Darf man schon verraten, worum es dabei geht?

Um Kambodscha und die Rote-Khmer-Zeit.

Kein leichtes Thema. Wie haben Sie dabei recherchiert?

Meine Eltern nahmen 1980 eine kambodschanische Flüchtlingsfamilie auf, die fünf Jahre bei uns gewohnt hat. Ich habe diese Zeit sehr positiv in Erinnerung. Mit ihnen habe ich mich mehrmals getroffen und Gespräche geführt. Außerdem habe ich zwei Freundinnen, die damals als Kinder mit ihren Eltern aus Kambodscha geflüchtet sind, es sind Schwestern, ich lernte sie während des Studiums in Innsbruck kennen. Es war eine intensive Recherchearbeit.