Mit seiner Titelheldin Fiona hat Harry Bingham eine walisische Ermittlerin am Rande des Wahnsinns geschaffen. Wobei Fionas Merkwürdigkeit ihr als Polizistin durchaus zugutekommt, auch wenn sie dabei innerhalb des Apparats aneckt. Aber sie schafft sich immer wieder Freiraum für Alleingänge, in denen sie sich mitunter in Lebensgefahr begibt. So auch diesmal, wenn sie beweist, dass ein Suizid und ein Sturz von einer Klippe in Wahrheit Morde waren, die mit einem Hochleistungstiefseekabel zusammenhängen. Fiona ist hochintelligent und zugleich liebenswert gaga. Vor allem aber sind Binghams "Fiona"-Romane gute alte Krimi-Schule: Schnörkellose, aber actionreiche Kombinatorik mit viel Witz und Esprit.

Harry Bingham: Fiona – Unten im Dunkeln
Rowohlt; 587 Seiten; 10,30 Euro